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Wer wir sind: Identität und Auftrag der RAA Brandenburg

Die "Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie" sind ein Arbeitsbereich des Vereins "Demokratie und Integration Brandenburg e.V.", der  als Nichtregierungsorganisation gemeinnützig, unabhängig und landesweit in Brandenburg tätig ist. Ihr Engagement gestalten die RAA in enger Partnerschaft mit dem "Institut für Gemeinwesenberatung – demos“ desselben Trägers und in freundschaftlicher Kooperation mit den RAA anderer Bundesländer.

Die RAA Brandenburg treten ein für 

  • die Sensibilisierung und Öffnung der Gesellschaft für kulturelle, religiöse, soziale und herkunftsbezogene Vielfalt und Heterogenität
  • die Stärkung und Vertiefung von Demokratie und Partizipation als Lebens- und Gesellschaftsform
  • die Ausweitung bürgerschaftlichen Engagements zur Übernahme von lokaler und globaler gesellschaftlicher Verantwortung.


Die RAA Brandenburg entwickeln Beratungs- und Bildungsangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in den Arbeitsfeldern Zuwanderung, Schule, Jugendarbeit und Gemeinwesen tätig sind. Sie arbeiten professionell ressortübergreifend und interdisziplinär.


Was uns bewegt: Wertegrundlagen und Ziele der RAA Brandenburg

Das Engagement der RAA Brandenburg erwächst aus der Überzeugung, dass die Menschenrechte, wie sie in der Erklärung von 1945 beschrieben und in nachfolgenden international verbindlichen Kodifikationen festgelegt sind, eine universelle Bedeutung und Gültigkeit haben, und dass ihre Wirksamkeit nur durch stetiges und aktives Engagement realisiert und gesichert werden kann.

Die Achtung der Würde eines jeden Menschen unabhängig von seiner Herkunft aus oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe und die damit einhergehende Hochschätzung von Vielfalt und Selbstbestimmung gehören daher zu den wichtigsten Orientierungen der RAA Brandenburg.

Die Beteiligung möglichst aller Menschen an Entscheidungsprozessen, von denen sie betroffen sind, sowie die konstruktive, auf gegenseitiger Anerkennung und Gleichberechtigung beruhende Austragung von Konflikten sind Wege, um diesen Grundsätzen in Brandenburg für alle Menschen Geltung zu verschaffen. Hierauf basiert das Demokratieverständnis der RAA Brandenburg, die auch ihr eigenes Handeln an diesen Maßstäben messen lassen.  

Unmittelbares Ziel der RAA Brandenburg ist die Stärkung der demokratischen Integration im Land Brandenburg. Deshalb zielt ihre Arbeit auf die Verbesserung der Chancengleichheit im Bildungswesen, die Stärkung von Beteiligungschancen in der Gesellschaft, den Abbau von Diskriminierung sowie auf die Stärkung einer Kultur der Anerkennung von bestehender Vielfalt bei gleichzeitiger gegenseitiger Kritikfähigkeit. Die Förderung demokratischer Beteiligungskompetenzen sowie die interkulturelle Öffnung von Institutionen sind wichtige Schritte auf diesem Weg.

Aus diesen Zielen ergibt sich für die RAA Brandenburg auch ein Auftrag zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Antisemitismus und anderen Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.


Was wir können: Fähigkeiten und Ressourcen der RAA Brandenburg

Die RAA Brandenburg haben seit 1992 umfassende Erfahrungen in der Fortbildungs- und Beratungsarbeit mit Schulen, mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie mit Akteuren aus der Integrationsarbeit und aus kommunalen Strukturen gesammelt. Sie halten darauf aufbauend ein breites Spektrum von Bildungs- und Beratungsangeboten bereit.  

Die Infrastruktur der RAA Brandenburg wird von den sechs Niederlassungen gebildet, die die brandenburgischen Schulamtsbereiche abdecken, sowie der Geschäftsstelle mit den Aufgaben Verwaltung und Leitung. Hier sind in der Regel auch überregionale und landesweit tätige Projekte und Programme der RAA angesiedelt.

Die Angebote der RAA Brandenburg sind dem entsprechend in zwei Säulen gegliedert:

  • eine Struktur regionaler Niederlassungen, die mit starker lokaler Vernetzung und Feldkenntnis als Ansprechpartner vor Ort dienen
  • überregionale und landesweite Projekte und Programme, die mit innovativem Vorgehen neue Impulse setzen und mit ihren Ressourcen dazu beitragen, ein breites Angebot der RAA im gesamten Land sicher zu stellen.


Gestützt auf ihre regionale Verankerung und die landes- und bundesweiten Kooperationsstrukturen sind die RAA Brandenburg in der Lage, ihren Adressatinnen und Adressaten fachlich kompetente und situationsspezifische Bildungsangebote zu unterbreiten sowie Institutionen auch längerfristig bei Veränderungs- und Entwicklungsprozessen zu beraten und begleiten.  

Die Förderung durch die Landesregierung ermöglicht den RAA Brandenburg in einigen Themenfeldern  eine ökonomisch unabhängige Arbeitsweise, in der unmittelbar eigenwirtschaftliche Interessen keine Rolle spielen. In anderen Themenfeldern sind die RAA auf finanzielle Beteiligung auch der Adressatinnen und Adressaten ihrer Angebote angewiesen.

Zudem verfügen die RAA Brandenburg über ein weit verzweigtes Kooperationsnetzwerk, das die kommunale, landes- und bundesweite Zusammenarbeit mit anderen Akteuren sichert und überregionale Handlungsoptionen eröffnet. Sie vermitteln, wo sich dies anbietet, auch direkt Kontakte zu kompetenten und erprobten Partnern.

Die RAA Brandenburg sind Mitglied in lokalen und landesweiten Netzwerken und Gremien (unter anderem: Landesintegrationsbeirat, Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Beratungsnetzwerk Tolerantes Brandenburg) und in der Bundesarbeitsgemeinschaft der RAA. Die Kooperation mit Stiftungen und internationalen Partnern ist im Bereich der Projekte und Programme von hoher Bedeutung.  

Für die Qualität der Bildungs- und Beratungsleistungen der RAA sind Engagement und Qualifikation der Mitarbeitenden entscheidend. Deshalb legen die RAA besonderen Wert auf kooperative Arbeitsstrukturen und die Arbeit in Teams mit verschiedenen, sich bereichernden Qualifikationen (Lehrkräfte des Landes, sozialpädagogische und sozial- oder kulturwissenschaftliche sowie Verwaltungsfachkräfte). Individuelle und teaminterne Fortbildungen sowie kollegiale Beratung helfen den RAA, ihren hohen Standard zu halten und weiter zu entwickeln.


Die Rolle der RAA im Land Brandenburg: Auftraggebende und Adressaten  

Auftraggeberin für viele Leistungen der RAA Brandenburg ist die brandenburgische Landesregierung. Die entsprechenden Kooperationsvereinbarungen werden von den RAA mit der Integrationsbeauftragten des Landes, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport sowie der Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg" in stetigem Dialog entwickelt.

Weitere Auftraggeber und Kooperationspartner sind private Stiftungen, deren Zielsetzungen sich mit denen der RAA Brandenburg überschneiden, insbesondere die Freudenberg Stiftung. Auch beteiligen sich die RAA an der Umsetzung von Sonder- und Förderprogrammen der EU, des Bundes und anderer Gebietskörperschaften.

Ihre Angebote richten die RAA Brandenburg primär an Kitas, Schulen, Bildungs- und Jugend(hilfe)einrichtungen, aber auch an Kreise, Städte, Kommunen sowie an Einrichtungen der Integrationsarbeit und der Erwachsenenbildung. Dort werden sie vor allem von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren genutzt, die haupt- oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen sowie mit Migrantinnen und Migranten arbeiten. Dies kann sowohl in einzelnen Einrichtungen geschehen als auch durch überregionale oder landesweite Angebote, etwa in Zusammenarbeit mit Verbänden und Dachorganisationen.


Was wir tun: Leistungen und Angebote der RAA Brandenburg

Für ihre Adressatinnen und Adressaten gliedern die RAA Brandenburg ihre Bildungsangebote in die folgenden fünf Themenfelder:

  • Förderung der Integration von Zuwanderern und Zuwanderinnen
  • Demokratiebildung, soziales Lernen und konstruktive Konfliktlösung
  • interkulturelles und vorurteilsbewusstes Lernen
  • historisch-politische Bildung
  • Globales Lernen und entwicklungspolitische Bildung


Die Beratungsleistungen der RAA Brandenburg ermutigen und qualifizieren lokale Akteure dazu, die Arbeit an diesen Themen aktiv und kritisch in ihre berufliche Praxis zu integrieren sowie eigenständig oder in Kooperationen entsprechende Projekte und Programme zu planen und zu realisieren. Die Rolle der RAA hierbei ist die kontinuierlich begleitender Beratung und Unterstützung.

Die RAA Brandenburg unterstützen die Entwicklung von lokalen und regionalen Netzwerken für Integration und beraten diese. Auch anderen Netzwerken – etwa von Akteuren der sozialen Arbeit, der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe oder zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus – stehen die RAA beratend und qualifizierend zur Verfügung.


Wie wir arbeiten: Das Selbstverständnis der RAA Brandenburg als Bildungsanbieter


Im Kern des professionellen Selbstverständnisses der RAA steht deren Definition gelungenen Lernens: Lernen ist eine aktive, dynamische und selbst bestimmte Tätigkeit des Lernenden. Sie kann nur aus der subjektiven Perspektive des Lernenden verstanden werden. Auch die Ziele des Lernens werden in der Regel durch den Lernenden – bewusst oder unbewusst – bestimmt. Gelungenes Lernen bedeutet, dass der Lernende in Bezug auf die eigene Zielstellung einen Zugewinn an Erkenntnis, Kompetenz und/oder Handlungsfähigkeit erfahren kann, was zum Erleben einer subjektiven Verbesserung der eigenen Arbeits- bzw.  Lebensqualität führt.

Aufgabe der PädagogInnen der RAA ist es daher, zwischen den subjektiven Interessen der Lernenden und dem eigenen politisch-bildnerischen Auftrag zu vermitteln, die Selbstreflexion und Beteiligung der Lernenden in diesem Prozess zu befördern, sowie angemessene Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Lernen gelingen kann. Konkret bedeutet dies, Angebote vorzugsweise im Dialog mit den potentiellen Teilnehmenden zu entwickeln. Wo dies nicht möglich ist, gilt es, bestehende  Angebote in einer Transparenz darzustellen, die es Teilnehmenden ermöglicht, vor dem Hintergrund der eigenen Lernziele eine begründete Entscheidung bzw. Auswahl zu treffen.

Die pädagogische Arbeit der RAA orientiert sich sowohl entsprechend den Grundsätzen vorurteilsbewusster Bildung am allgemeinen Diskriminierungsverbot als auch entsprechend dem bewährten Grundverständnis politischer Bildung am Überwältigungsverbot gegenüber ihren Adressatinnen und Adressaten.  

Demnach sehen sich die Mitarbeitenden der RAA als professionelle Lernbegleiter und -begleiterinnen, die im inhaltlichen Rahmen dieses Leitbildes Lernprozesse initiieren, fördern, strukturieren und methodisch wie inhaltlich untersetzen. Der Subjektorientierung der Lerndefinition folgend kann das Gelingen eines Lernprozesses nur der/die Lernende selbst ermitteln, was in der Art der Evaluation von Lernprozessen und anderen Angeboten berücksichtigt wird.